Open House-Verfahren Tonsillotomie. - 171984

Es handelt sich nicht um ein Verhandlungsverfahren, sondern um ein sog. open-house-Modell. Das Formular für das Verhandlungsverfahren wird lediglich deshalb verwandt, da kein Formular für das open-house-Modell existiert. Die AOK Bayern geht davon aus, dass Verträge, die im open-house-Modell geschlossen werden, mangels Auswahlentscheidung nicht dem Vergaberecht unterfallen. Eine Unterwerfung unter vergaberechtliche Regelungen ist mit Verwendung dieses Formulars nicht verbunden. Die AOK Bayern beabsichtigt, mit allen interessierten Fachärzten für HNO oder Fachärzten für Kinderchirurgie nicht-exklusive „Verträge zur besonderen ambulanten chirurgischen Versorgung nach § 73c SGB V Tonsillotomie“ zu schließen. Die AOK Bayern möchte mit diesem Vertrag zur besonderen ambulanten ärztlichen Versorgung im Bereich der Kinderchirurgie eine hochwertige und qualitätsgesicherte Patientenversorgung sicherstellen und die Tonsillotomie als Sachleistung zur Verfügung stellen. Diesem Anspruch gerecht zu werden, vereinbaren wir als AOK Bayern fortwährend die medizinische Versorgung für unsere Versicherten zu verbessern und den Zugang zu neuen Behandlungsmethoden zu ermöglichen. Ziel der Vereinbarung ist die qualitativ erstklassige Versorgung von Kindern zwischen dem ersten und achten Lebensjahr, die unter einer nicht-infektiösen Tonsillenhyperplasie leiden. Durch den chirurgischen Eingriff der Tonsillotomie und eventueller erforderlicher Kombinationseingriffe bieten wir dieses gegenüber einer Tonsillektomie schonendere Operationsverfahren für Kinder mit einer Tonsillenhyperplasie an. Ziel ist es dabei, eine einheitliche qualitativ hochwertige Versorgung bayernweit flächendeckend für unsere Versicherten anzubieten. Der Versorgungsauftrag umfasst die Diagnostik, die Therapie (Tonsillotomie) und die Nachsorgen von bei der AOK Bayern versicherten Kindern, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Im Vertrag werden klinisch relevante Indikationen aufgezeigt, bei deren Vorliegen Teilnahme am Vertrag möglich ist. Auch Indikationen, die einen klaren Ausschlussgrund darstellen, werden im Vertragstext beschrieben. Folgende Leistungen sind Gegenstand des Vertrages: — Tonsillotomie — Tonsillotomie in Kombination mit einer Adenotomie — Tonsillotomie in Kombination mit einer Adenotomie und einer Parazentese mit Pauken-drainage (einseitig) — Tonsillotomie in Kombination mit einer Adenotomie und einer Parazentese mit Pauken-drainage (beidseitig) Die Vergütung erfolgt über Pauschalen. Diese umfassen u.a. die Anästhesieleistungen einschließlich der Sachkosten, die erste postoperative Nachsorgeuntersuchung sowie alle weiteren Nachsorgeuntersuchungen entsprechend der medizinischen Notwendigkeit und die elektronische Bilddokumentation. Die Fotografie des präoperativen Befunds soll bei der Indikationsstellung unterstützen und diese auch dokumentieren. Die Fotodokumentation verbleibt in der Praxis des Arztes und ist der AOK Bayern nach Aufforderung vorzulegen. Die nach diesem Vertrag erbrachten und abrechnungsfähigen Leistungen werden im Wege der elektronischen Datenübertragung oder maschinell verwertbar auf Datenträger an die AOK Bayern nach Ablauf des Quartals übersandt. Einzelheiten ergeben sich aus dem Vertrag. Der Elternteil oder Sorgeberechtige unterzeichnet für das versicherte Kind eine Teilnahme-erklärung. Die Teilnahmeerklärung kann innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden. Sobald die AOK Bayern dem Versicherten schriftlich bestätigt hat, dass er am Vertrag teilnimmt, kann der Versicherte behandelt werden. Der ärztliche Leistungserbringer hat personenbezogene, bauliche sowie apparative Voraussetzungen und Qualitätsanforderungen zu erfüllen, die einzeln im Vertrag beschrieben sind. Eine parallele privatärztliche Abrechnung der Vertragsleistungen ist ausgeschlossen. Die AOK Bayern bietet allen interessierten Fachärzten für HNO oder Fachärzten für Kinderchirurgie, die die unten genannten Eignungsvoraussetzungen wie aufgezeigt nachweisen, den Abschluss identischer und nicht individuell verhandelbarer „Verträge zur besonderen ambulanten chirurgischen Versorgung nach § 73c SGB V Tonsillotomie“ an. Der frühestmögliche Vertragsbeginn ist der 1.7.2015, die Laufzeit ist nicht begrenzt. Ein Vertragsschluss ist während der Laufzeit jederzeit möglich. Die Verträge können mit einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Quartals gekündigt werden. Interessierte Fachärzte für HNO oder Fachärzte für Kinderchirurgie können die Vertragsunterlagen und Eigenerklärungen bei der unten genannten Kontaktstelle anfordern. Ein Vertrag wird mit allen interessierten Fachärzten für HNO oder Fachärzten für Kinderchirurgie geschlossen, die ihre Eignung wie folgt nachweisen: 1. Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder Facharzt für Kinderchirurgie mit Zulassung/Ermächtigung, Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit Zulassung/Ermächtigung oder bei einem solchen Facharzt oder MVZ angestellter Facharzt im niedergelassenen Bereich: Nachweis durch Vorlage des Bescheides über die Zulassung/Ermächtigung in Kopie (bei angestellten Ärzten durch Vorlage des Bescheides über die Zulassung/Ermächtigung an den niedergelassenen Arzt/MVZ) und einer unterschriebenen Eigenerklärung (Eigenerklärung 1). 2. Genehmigung zur Erbringung ambulanter Operationen nach § 115b SGB V Nachweis durch Vorlage des Bescheides (Kopie) der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. 3. Erfüllung der Fortbildungspflicht nach § 95d SGB V Nachweis durch Vorlage einer unterschriebenen Eigenerklärung (Eigenerklärung 2). 4. Erfüllung der fachlichen Strukturqualität in Form von eigenständiger Erbringung von mindestens 50 Tonsillotomien und 250 Tonsillektomien Nachweis durch Vorlage einer unterschriebenen Eigenerklärung (Eigenerklärung 3) zur persönlichen Durchführung Die AOK Bayern behält sich vor, stichprobenartig die OP-Berichte und Narkosejournale anzufordern. 5. Sofern die Behandlung mittels Laser erfolgt, Nachweis des Erwerbs der Sachkunde nach § 5 Abs. 2 OStrV (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung) durch einen Nachweis des Besuchs eines Lehrgangs (Kopie der Teilnahmebescheinigung) bei der Deutschen Gesellschaft für Lasermedizin e.V. (DGLM) oder bei der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft e.V. (DDL). 6. Durchführung der Behandlung ausschließlich mit Laser, Radiofrequenzgerät oder Coblationsgerät Nachweis durch Vorlage einer Kopie des letzten Wartungsnachweises, nicht älter als 12 Monate zum Zeitpunkt des Eingangs der Unterlagen bei der AOK Bayern (Kopie des Kaufvertrages reicht aus, sofern das Gerät nicht älter als 12 Monate ist) und einer unterschriebenen Eigenerklärung unter Angabe von Hersteller und Typ des eingesetzten Geräts (Eigenerklärung 4). 7. Vorhandensein einer IK-Nummer für die Abrechnung Nachweis durch Vorlage einer unterschriebenen Eigenerklärung (Eigenerklärung 5), dass bereits ein IK als Leistungserbringer vorhanden ist oder über die ARGE-IK beantragt wurde. Der Facharzt für HNO oder Facharzt für Kinderchirurgie hat den bei der unten genannten Kontaktstelle anzufordernden ausgefüllten und unterschriebenen Vertrag nebst Anlagen in 4-facher Fassung im Original sowie die oben genannten Eignungsnachweise in 2-facher Fassung an folgende Adresse einzusenden: AOK Bayern – Die Gesundheitskasse Vergabestelle open-house Tonsillotomie Carl-Wery-Str. 28 81739 München. Bei Eingang vollständiger und korrekter Unterlagen bis zum 10. eines jeden Monats erfolgt der Vertragsbeginn zum darauf folgenden nächsten Monatsersten, ansonsten zum darauf folgenden übernächsten Monatsersten. Der Vertrag sowie die Eigenerklärungen können bei der folgenden Kontaktstelle angefordert werden: AOK Bayern – Die Gesundheitskasse Vergabestelle open-house Tonsillotomie Carl-Wery-Str. 28 81739 München Fax: 089/62730650151 E-Mail: vergabestelle1@by.aok.de Diese Kontaktstelle steht auch bei Fragen zur Verfügung.

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